Unrecht vergeht auch nach 50 Jahren nicht!

Bitte helfen Sie durch das Unterzeichnen anbei stehender Petition, dass Österreich in aller Öffentlichkeit die beiden noch lebenden vermeintlichen „Attentäter“ des durch italienische Manipulationen als „Porzescharte-Attentat“ in die Geschichtsbücher bis heute eingegangenen Vorfalls, vollständig rehabilitiert und dass Italien das zu Unrecht gefällte und noch immer gültige Fehlurteil von Florenz (15. Mai 1970) annulliert, wonach Dr. med. Erhard Hartung zu lebenslänglicher und Egon Kufner zu 24 Jahren Haft in Abwesenheit verurteilt wurden.

Der italienische Staatspräsident sieht keine Möglichkeit, das Urteil von Florenz zu annullieren, solange Dr. Hartung und Kufner keinen Antrag auf Begnadigung stellen. So ein Antrag wird von den Betroffenen auf Empfehlung des ehemaligen österreichischen Justizministers Univ.-Prof. Dr. Hans Klecatsky abgelehnt, da beide einerseits die ihnen zur Last gelegte Tat nicht begangen haben und andererseits die unter Verletzung der minimalsten Rechte der Verteidigung, noch nach faschistischen Gesetzen 1970 in Florenz erfolgte Verurteilung nach Erkenntnis österreichischer und deutscher Höchstgerichte menschenrechtswidrig ist. In der öffentlichen Meinung käme das von der Politik geforderte Gnadengesuch einem Schuldeingeständnis und einer Anerkennung des italienischen Fehlurteils gleich.

Hintergrund:

Am Abend des 24. Juni 1967 wurde der Elektrotechniker Peter Kienesberger mit Dr. med. Erhard Hartung und dem Unteroffizier des österreichischen Bundesheeres Egon Kufner vom italienischen Geheimdienst zur Porzescharte gelockt, weil dort ein angeblich verwundeter BASler zur Behandlung nach Österreich geholt werden sollte. BAS heißt Befreiungsausschuss Südtirol. Da die Drei schon von Ferne merkten, dass an der Sache etwas faul war, weil der übliche Funkkontakt mit Südtirolern versagte und sie Geräusche und Stimmen hörten und kurzen Lichtschein wahrnahmen, kehrten sie sofort zurück.

Am 25. Juni 1967 meldete die italienische Presse, dass Terroristen vier italienische Soldaten an der Porzescharte umgebracht hätten. Kienesberger, Hartung und Kufner wurden daraufhin in Österreich inhaftiert. Unmittelbar nach dem angeblichen Attentat waren als erste Österreicher der Bezirkshauptmann Dr. Doblander, Innenminister Dr. Hetzenauer, beide begleitet von Gendarmen und Mitarbeitern der Verbundgesellschaft auf der Porzescharte. Alle haben den „Tatort“ gänzlich anders beschrieben als er neun Tage später von der gemischt italienisch-österreichischen Untersuchungskommission vorgefunden wurde. Weder die von Dr. Doblander und Dr. Hetzenauer gefertigten Lokalaugenschein-Berichte, die ein Attentat zu 100% verneinen (Doblander), wurden von der Staatspolizei dem Gericht in Wien zur Verfügung gestellt, noch wurden die Genannten als Zeugen vorgeladen.

Österreich wurde von Italien unter Druck gesetzt. Rom hat in Brüssel gegen den von Wien gestellten EWG-Assoziierungsantrag sein Veto eingelegt und dieses erst 1992 (!) zurückgezogen. Deshalb hat die Regierung in Wien das Ereignis auf der Porzescharte noch vor Eingang des Untersuchungsberichtes der gemischt italienisch-österreichischen Kommission als Attentat anerkannt. Bei darauf folgenden Gerichtsverhandlungen in Österreich wurden sie aufgrund von Erkenntnissen, welche ihre Unschuld belegen, freigesprochen. In Italien hingegen wurden sie zu langjährigen Haftstrafen in ihrer Abwesenheit, wie oben gesagt verurteilt. Noch heute droht Dr. Hartung und Egon Kufner die sofortige Inhaftierung in Italien, und das trotz ihrer nachgewiesenen Unschuld. Bis heute verweigert Italien die Einsicht in die Unterlagen über den Vorfall an der Porzescharte. Hingegen konnte der österreichische Militärhistoriker Oberst Dr. Hubert Speckner nach gründlichem Studium bisher unbekannter Dokumente aus österreichischen Archiven in zwei von ihm veröffentlichten Büchern beweisen, dass der ganze damalige „Terroranschlag“ von Italien manipuliert wurde. Obwohl maßgeblichen österreichischen Politikern bekannt ist, dass Hartung und Kufner nicht für den Tod von vier italienischen Soldaten auf der Porzescharte verantwortlich sind, verweigern sie ihnen bis heute eine öffentliche Rehabilitierung, um die Freundschaft zu Italien nicht zu belasten. Beide sind also bis heute „Bauernopfer“ der Südtirol-Politik.

Dr. Erhard Hartung und Egon Kufner gelten nach wie vor als „Terroristen“, „Attentäter“, „Mörder“, nicht nur in Italien, sondern auch in der Publizistik und in der wissenschaftlichen Südtirolgeschichtsschreibung. Die vor vier Jahren erschienenen Forschungsergebnisse Dr. Hubert Speckners (abgedruckt im Buch: „Zwischen Porze und Roßkarspitz“, ISBN 978-3-902455-21-5 Gra&Wis, Wien) konnten daran bis jetzt nicht viel ändern. Vielleicht aber, mit Ihrer Unterstützung, diese Petition!


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